ZWISCHENDECKENBRAND DURCH UNDICHTHEIT IM KAMIN

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienwohnhaus wurde der Fußbodenbereich im 1. Obergeschoss durch das Brandgeschehen großflächig zerstört und waren im 1. Obergeschoss in allen Räumlichkeiten Rauchgasablagerungen vorhanden. Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Bei dem gegenständlichen Objekt handelte es sich um ein Mehrfamilienwohnhaus, welches über ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss, ein 1. Obergeschoss sowie einen ausgebauten Dachbodenbereich verfügte. 
Das Objekt war im Wesentlichen in massiver Bauweise ausgeführt sowie waren die Zwischendecken als Holztramdecken ausgebildet. Die massivsten Abbrandspuren wurden im Bereich des Bodens im 1. Obergeschoss vorgefunden. Auf Grund der Abbrandspuren konnte eine eindeutige Brandausbruchsstelle im Bereich des Bodenaufbaues im Wandanschluss bei der Kamindurchführung festgestellt werden. Der gegenständliche Kamin war gemauert ausgeführt und führte vom Kellergeschoss über alle Geschosse bis über Dach. An diese Abgasanlage war ein Festbrennstoffofen für die zentrale Beheizung des Objektes angeschlossen. Hierbei handelte es sich um ein Gerät der Type Windhager FKU und war dieses laut Angabe zirka 1993 aufgestellt worden. Das Heizgerät hatte eine Nennleistung von 20,9 kW. Laut Angabe wurde die Heizanlage seit September in der Heizperiode 2012 durchgehend betrieben. In den Sommermonaten wurde das Warmwasser für das Objekt elektrisch erwärmt und das Heizgerät nicht verwendet.
 
Im Bereich der Durchführung des Kamins durch den Boden des 1. Obergeschosses konnten im Bereich des Bodenanschlusses zur Durchführung des Kamins die massivsten Abbrandspuren vorgefunden werden. Der Kamin war in den Wandaufbau integriert und war im Eckbereich zum Schlafzimmer, Wohnzimmer sowie dem Vorraumbereich mit der offenen Treppenanlage situiert. Im Bereich der Brandausbruchsstelle war die Holztramdecke zur Gänze thermisch umgesetzt und waren großflächig auf einer Fläche von zirka 4 m² Abbrandspuren im gesamten Zwischendeckenbereich vorhanden. Bei näherer Untersuchung der Brandausbruchsstelle konnte festgestellt werden, dass zum Zeitpunkt der Brandursachenermittlung bei der Anschlussstelle des Fußbodens ein offener Durchbruch direkt in das Abgasrohr mit einer Fläche von zirka 20 x 10 cm vorhanden war. Als einzige weitere Zündquelle waren sogenannte Halogenspots im Bereich der Zwischendecke mit entsprechender elektrischer Installation vorhanden und wiesen diese Verkabelungen einen Abstand zur Brandausbruchsstelle von zirka 1 m auf.
 
 
Im Zuge der Brandursachenermittlung konnte festgestellt werden, dass die Brandausbruchsstelle eindeutig auf den Bereich des Bodenanschlusses im 1. Obergeschoss bzw. des Deckenanschlusses im Erdgeschoss im Bereich der Holztramdecke zugeordnet werden konnte. Hier waren die massivsten Abbrandspuren vorhanden und waren die Holztrame zum Teil vollständig thermisch umgesetzt. Die in der Holzdecke ebenfalls vorhandene Elektroinstallation kann auf Grund der Abbrandspuren bzw. der Entfernung zur Brandausbruchsstelle jedenfalls als brandursächlich ausgeschlossen werden. Weiters wurde festgestellt, dass keinerlei Schutzelemente der Elektroinstallation im Objekt ausgelöst hatten. Im Zuge der Brandursachenermittlung wurde festgestellt, dass das Mauerwerk zum Kamin eine Öffnung mit einer Fläche von zirka 10 cm auf 20 cm direkt ins Rauchrohr des befeuerten Kamins aufwies. Ob dieses Loch erst durch die Arbeiten der Feuerwehr entstand oder ob es in dieser Größe schon während des Brandausbruches vorhanden war, konnte nicht mehr rekonstruiert werden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass in diesem Bereich der Kamin jedenfalls keine vollständige Dichtheit mehr aufwies und auf Grund des Ausbrandes des Kamins bzw. der Befeuerung des Kamins es zu einem Hitzeaustritt in diesem Bereich und in weiterer Folge zu einem Hitzestau im Zwischenbodenbereich kam. Durch die relative Dichtheit des Bodenaufbaues wird angenommen, dass sich dieser Schweelbrand unbemerkt im Zwischenboden ausbreitete und die brennbaren Materialien in diesem Bereich im Laufe des Tages zerstörte. Zu einem Flammenaustritt kam es erst in der darauf folgenden Nacht.
 

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