Brand in Filteranlage

Am 11. Juli 2011 kam es in einer Filteranlage zu einem Brand, durch welchen ein Teil der Filteranlage zerstört wurde. Weiters wurden die direkt dahinter liegende Außenwand der Produktionshalle sowie ein Teil des Daches dieser Halle vom Brand betroffen. Durch den Einsatz der Betriebsfeuerwehr konnte ein Übergreifen des Brandes auf die angrenzenden Bereiche verhindert werden. Der Brand führte zu einem mehrtägigen Betriebsausfall.
 
Anlagenbeschreibung
 
Bei der vom Brand betroffenen Filteranlage handelt es sich um eine Schlauchfilteranlage mit Druckluftabreinigung sowie untenliegender Zellenradschleuse und Austragschnecke mit Getriebemotor. Die Filteranlage selbst ist eine Metallkonstruktion mit verzinkter Blechverkleidung. Vom Brand wurden der gesamte Teil der Filteranlage sowie auch der Weitertransportventilator zum Silo betroffen.
 
Von dieser Filteranlage führt eine Rückluftleitung mit T- Stück und Exfläche durch die südliche Außenwand der Produktionshalle in die Halle. Beim Durchbruch ist eine Brandschutzklappe K 90 eingebaut. Diese Brandschutzklappe hat durch die auftretende Hitze geschlossen. Da die Rückluftleitung auf Sommerbetrieb gestellt war, war die unterseitige Öffnung, welche als Exfläche dient, offen, sodass Flammen aus diesem Bereich austraten und brennbare Lagerungen unmittelbar neben der Filteranlage zur Entzündung brachten. Auch wurden Staubablagerungen, welche am massiv ausgebildeten Sockel der Außenwand der Produktionshalle vorhanden waren entzündet, sodass es zu einer Brandausbreitung innerhalb der vorgehängten Fassade in den Dachbereich kam und dort zu einer Brandausdehnung im Unterdachbereich führte. Die an der Außenwand montierte Sprühflutanlage trat durch die auftretende Wärme in Funktion und schützte in weiterer Folge die beiden Außenwände vor einem Übergriff auf die angrenzenden Hallen. Von der Filteranlage führen mehrere Förderleitungen in die Hallen, wobei zum Zeitpunkt der Brandentstehung die Bereiche Keilzinkanlage, Hobelmaschine und Kappsäge in Betrieb standen.  
 
 
Brandursache
 
Aufgrund der Rekonstruktion des Brandverlaufes und vorgefundenen Abbrandspuren kann die Brandausbruchstelle im Bereich der Schlauchfilter der Filteranlage angegeben werden. An der Filteranlage selbst mit den technischen Einrichtungen und elektrischen Anlagen konnten keine Spuren gefunden werden, welche auf eine Brandentstehung durch diese Anlagenteile hinweisen würden. Es ist daher davon auszugehen, dass es durch eine Übertragung von Funken über die Absaugleitungen in die Filteranlage, welche die feinen Holzspäne zur Entzündung brachten, zum Brand gekommen ist. Im welchem Anlagenteil es zur Funkenbildung kam, kann nicht angegeben werden.
 
Fazit
 
In holzverarbeitenden Betrieben kommt es immer wieder bei schnell laufenden Maschinen, wie Keilzinkanlagen, Hobelmaschinen u.ä. durch Nägel, Schrauben oder auch durch das Abbrechen von Teilen der Messer zum Entstehen von Funken, welche durch die Absauganlage in die Filteranlage verschleppt werden, zu Bränden oder zu Explosionen. Es kann zwar das Entstehen von Funken nicht vermieden, jedoch kann ein Brand oder eine Explosion in Filteranlagen durch den Einbau von Funkenlöschanlagen verhindert werden. Solche Anlagen werden in Förderleitungen zwischen den Bearbeitungsmaschinen und der Filteranlage eingebaut und haben die Aufgabe Funken zu erkennen und so rechtzeitig zu löschen, dass weder ein Brand, noch eine Explosion entstehen können. Bei der gegenständlichen Anlage haben zwar die guten baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen eine Brandweiterleitung auf die neben liegenden Anlagenteile und Betriebshallen verhindert, eine Funkenlöschanlage hätte aber einen Brand gar nicht erst entstehen lassen.

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